Vergangenheit, vergessen, Sehnsucht, Schmerz, Unendlichkeit
Für Tanne
Die Welt dreht sich weiter, rundherum tanzen wir, im Kreis geht es immer weiter vorwärts. Wir gehen rückwärts in die Zukunft. Können unseren Blick nicht von der Vergangenheit lösen. Leer starren unsere Augen in eine sinnlose Zukunft und verharren voller Sehnsucht auf einer Vergangenheit, die wir schon längst vergessen haben. Ein fahler Abschein unseres Lebens leuchtet auf uns nieder und verbindet und trennt uns.
Kennen unsere Gegenwart zu zweit allein. Unsere Vergangenheit hat uns zerstört und tat doch niemals weh. Wir haben unsere Gefühle verdrängt und kennen nur noch Situationen. Situationen voller lachen und weinen bei abgetöteter Emotionslage.
Meine Emotion steht auf Liebe. Die Wut steigt immer weiter an, brodelt unter der Oberfläche und der Schmerz wird uns irgendwann trennen. Wie lange ertragen wir eine Lüge? Liebeslügen träumen die Unendlichkeit. Verbundenheit in Einsamkeit.
Es gibt bestimmt tausend Wege zurück zu mir. Nur hier in diesem Augenblick ist es der falsche Anfang, dies ist nicht Ort und Zeit zum Beginn des Weges. Ich kann nicht gehen und verharre auf der Stelle. Wir bewegen uns nicht vorwärts, sondern verharren in Wut und Unverständlichkeit. Wir bewegen uns zurück zu einem Punkt, an dem wir uns noch nicht kannten.
Damit haben wir uns weiter voneinander entfernt als wir es je waren. Ich bin bei dir, doch du bist weit fort. Ich bin nicht die, die du gerne an deiner Seite hättest. Wir sind nur dahergelaufen aufeinander getroffen ohne lauten Knall und ohne Knall werden wir uns wieder entfernen …
Wir laufen rückwärts in unsere Zukunft, sind blind für alles was kommen wird, sodass uns jede kleine Biegung überrascht, obwohl wir hätten sehen müssen, was geschah.
Wir sind uns ein Rätsel und treiben uns voran.
Nur die Emotion verbindet, doch trennen tut noch mehr.
Unser Weg ist immer zwei, niemals eins. Wenn wir zusammen gehen, beschreiten wir unterschiedliche Wege und dann sehen wir nicht wie unsere Wege in unterschiedliche Richtungen abbiegen.
Ich renne zurück, doch finde keine Überschneidung, nichts was auf dich und deinen Weg hinweisen würde, da war nie etwas. Wir haben uns alles eingebildet und waren doch nur zu zweit allein.
Ich blicke nach vorne und fange zu laufen an und renne immer schneller. Das ist unser Sommer, das war unsere Zeit, die uns niemand mehr nehmen kann. Nun laufe ich immer schneller, das Leben beginnt von vorne und wer weiß, vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder.
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